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Kraftort. Kaisersäule in Thaur

Seit mehr als 200 Jahren thront dieses Wahrzeichen auf dem markanten Aussichtspunkt hoch über dem Dorf Thaur. Im Juni 1815 war mit dem Wiener Kongress soeben die Neuordnung Europas abgeschlossen worden und so fand am 21. Oktober dieses Jahres Kaiser Franz I. von Österreich gerade etwas Zeit, um die Stadt Hall und die dortige Saline zu besuchen. Er stieg bei jener Gelegenheit auch über das Thaurer Törl zu diesem herrlichen Aussichtspunkt. Von hier bot sich ihm ein hervorragender Blick auf jene Stätten, wo sich seine Tiroler - er hatte sie 1805 am grünen Tisch in Pressburg bereits an Bayern abgetreten - in heroischen Freiheitskämpfen den napoleonischen Truppen entgegengestellt hatten.

Wegbeschreibung zur Kaisersäule

Wie gelangt man zur Kaisersäule in Thaur?
Es führen mehrere Wege zu diesem wunderbaren Aussichtspunkt und Kraftort. Eine Variante ist über das Halltal auf das Törl und danach hinaus zur Kaisersäule. Von Thaur aus nimmt man am besten den Weg vom Parkplatz "Thaurer Alm".

Vom Wanderparkplatz, knapp oberhalb von Thaur, kann man sich schon nach wenigen Minuten entscheiden, ob man gemütlich dem Forstweg folgt oder bei der Kreuzung Adolf-Pichler-Weg steil hinauf in den Haslbergsteig einsteigt.
Am Forstweg erreicht man nach einer guten Stunde eine schöne Aussichtsbank, an dieser kommt von Rum der Gasperlsteig (eine weitere Aufsteigsmöglichkeit) herauf. Auf der Thaurer Alm angelangt eröffnet sich dem Wanderer ein wunderbarer Rundblick über das Inntal. Und… die Kaisersäule ist schon in greifbare Nähe gerückt! Bis zum Ziel sind es noch etwa 40 Minuten und gut 200 Höhenmeter.

Auf dem weiteren Weg erhalten wir wunderschöne Tiefblicke hinab in die Thaurer Klamm. Schilder findet man hier keine und so orientiert man sich an den Kennzeichnungen "KS" an Bäumen. Am unteren Teil der Törl Wiesen biegt man den ersten Steig rechts ab und wandert nun über einen wunderschönen Boden weiter hinauf zur Kaisersäule. Auf dieser Wanderung ist es sehr wahrscheinlich, dass man immer wieder Gämsen begegnet. Oben angekommen sind alle Mühen des Aufstiegs vergessen. Ein fantastischer Ausblick bietet sich dem Betrachter von hier aus.

Der Kraftort Kaisersäule in Thaur auf einen Blick

  • traumhafte Wanderung hoch über dem Inntal
  • idyllische Vintlalm
  • kulinarische Köstlichkeiten auf der Thaurer Alm
  • die Kaisersäule inmitten des Naturpark Karwendel
  • geschichtsträchtiger Ort: Besuch von Kaiser Franz I. von Österreich
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Die Geschichte der Kaisersäule in Thaur

Seit mehr als 200 Jahren thront dieses Wahrzeichen auf dem markanten Aussichtspunkt hoch über dem Dorf Thaur. Im Juni 1815 war mit dem Wiener Kongress soeben die Neuordnung Europas abgeschlossen worden und so fand am 21. Oktober dieses Jahres Kaiser Franz I. von Österreich gerade etwas Zeit, um die Stadt Hall und die dortige Saline zu besuchen. Er stieg bei jener Gelegenheit auch über das Thaurer Törl zu diesem herrlichen Aussichtspunkt. Von hier bot sich ihm ein hervorragender Blick auf jene Stätten, wo sich seine Tiroler - er hatte sie 1805 am grünen Tisch in Pressburg bereits an Bayern abgetreten - in heroischen Freiheitskämpfen den napoleonischen Truppen entgegengestellt hatten.

Es zeugt von der Kaisertreue seiner Untertanen, dass sie zur Erinnerung an diesen Besuch im darauffolgenden Jahr hier eine Holzpyramide errichteten. Im Jahre 1839 wurde sie durch eine 11,4 Meter hohe Steinpyramide ersetzt. Die Einweihung des neuen Kaiserdenkmals erfolgte am 20. September 1839 in Anwesenheit des Fürsten Lobkowitz. Dieses besondere Ereignis wurde bildlich festgehalten. Ein Berliner Maler hatte diese romantische Szene in einem Gemälde festgehalten. Das Bild hing früher in der Salinendirektion in Hall, kam dann in die Generaldirektion der Saline nach Bad Ischl und befindet sich heute im Besitz der Stadt Hall. Es hängt im Fürstenzimmer in der Burg Hasegg. ist jedoch nur in Ausnahmefällen zu besichtigen.

In den Anfangszeiten hieß dieses gemauerte Wahrzeichen korrekterweise noch Franzens-Pyramide. Erst viel später hat sich die Bezeichnung Kaisersäule eingeschlichen. Die würdige Inschrift, dass Kaiser Franz I. von dieser Stelle aus sein Volk begrüßte bestand schon von Anfang an.

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Kaisersäule-Kreuz in Thaur

Für die verstorbenen Bergkameraden gestaltete der Wintersportverein Thaur im Jahr 1980 dieses Denkmal. Der Steinsockel wurde von Otto Pflanzner errichtet. Das Holzkreuz fertigte Hans Plank an und der gegossene Korpus Christi fand früher als Grabschmuck Verwendung. Auf dem Platz vor diesem Kreuz wurde früher welchselweise mit dem Gipfelkreuz die jährliche Bergmesse des WSV Thaur gefeiert. Seit einigen Jahren wird die Bergmesse nicht mehr hier bei der Kaisersäule, sondern auf dem Thaurer Zunterkopf gefeiert.

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Die Thaurer Alm

Dass die Almen im Karwendel und rund um die Thaurer Alm bereits in vorchrstlicher Zeit genutzt wurden, lässt sich aus den jeweiligen Namen, die sich in diesem Gebiet wiederfinden, ableiten. Die Nutzung der Almflächen für das Vieh, lies den Futtervorrat im Tal verschont und den Bauern blieb mehr Fläche für den Anbau von Getreide.

Im Mittelalter standen die Almen im Eigentum des Tiroler Landesfürsten. Von ihm wurden sie gegen einen geringen Jahreszins den Bauern zur gemeinsamen Nutzung verliehen. Im Gegensatz zu anderen Almen in dieser Gegend dürfte die Thaurer Alm eine der jüngsten sein. Aus historischen Aufzeichnungen geht hervor, dass 1683 ausschließlich die Gemeinde Thaur und keine der Nachbargemeinden Grasrechte auf dieser Alm besass. Im Laufe des 19. Jahrhunderts kam die Thaurer Alm durch den sukzessiven Ankauf sämtlicher Grasrechte allmählich zur Gänze in den Privatbesitz des Stanglwirtes. Manchmal wird die Thaurer Alm unter den Einheimischen noch heute als "Stanglalm" bezeichnet. Am 10. Jänner 1913 wurde die Alm von der Gemeinde angekauft und blieb seither im Gemeindebesitz. 1934 brannte die Alm ab, wurde jedoch im selben Jahr wieder aufgebaut.

Ursprünglich gehörten zur Alm 73 Grasrechte sowie das Weiderecht für 300 Schafe. Zusätzlich hatte früher auch die Haller Saline das Recht, acht Zugochsen für acht Tage auf eine Parzelle beim Thaurer Törl oberhalb der Kaisersäule aufzutreiben. Doch mit der Änderung der bäuerlichen Struktur im Dorf ging auch die Nutzung der Alm als Sommerweide zurück. Ab 1970 wurde überhaupt kein Vieh mehr aufgetrieben, was sich jedoch inzwischen geändert hat, denn mit den neuen Pächtern gehört das Bimmeln von Kuhglocken wieder zum idyllischen Almbild.
Seit jeher ist die Alm ein beliebtes Ausflugsziel und konnte sich nie über zu wenig Betrieb beklagen. Vor allem Mountainbiker lieben die Strecke hinauf zur Thaurer Alm.

Literatur: Dorfbuch Thaur von Josef Bertsch
Foto: Alte Stanglalm/Thaurer Alm vor dem Brand (1920)

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Thaur
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Die Vintlalm

Im Jahr 1683, also gleichzeitig mit der Thaurer Alm, wird die Vintlalm erstmals im Almbüchl erwähnt. Sie stand damals im Privatbesitz eines "Vintls zu Rumb". Dann verlieren sich die Spuren des Eigentümers. Um 1750 hat sie Andrä Leitl an Johann Lamparter, Wirt zu Thaur, verkauft. In den folgenden Jahrzehnten werden Besitzer aus Rum, Thaur und Gnadenwald erwähnt und anno 1833 war sie schließlich im Eigentum des Michael Schindl, Bognerwirt in Absam. Seit 1840 wechselt die Vintlalm immer wieder ihren Besitzer, ist aber seit 1866 im Besitz der Familie Brunner.

Laut dem derzeitigen Besitzer Anton Brunner werden seit 1986 keine Kühe mehr auf die Vintlalm getrieben. Sie ist mit 30 ha Fläche die mit Abstand kleinste aller Almen und wegen der Steilheit des Geländes nur schwer zu bewirtschaften. Seit 2007 können jedoch Bauern immer wieder Ziegen und Schafe auf die Alm bringen, müssen sich jedoch selbständig um die Tiere kümmern.

Literatur: Dorfbuch Thaur von Josef Bertsch
Foto: Blick zur Vintlalm von der Thaurer Alm

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Die Mähder unterhalb der Kaisersäule

Erwandert man die Kaisersäule über die Vintlalm, gelangt man vorbei an wunderschönen Grasflächen, den sogenannten Mähdern. Heute sind die Mähder ein traumhaftes Naherholungsgebiet oberhalb des Dorfes Thaur. Doch früher waren diese Böden lebenswichtig für die Bauern aus dem Dorf, denn sie lebten damals von dem, was sie selbst auf ihren Äckern anbauten. Die Wiesen dienten der Heugewinnung und das Vieh trieb man daher im Sommer auf die Almen. Um ausreichend Heu für den Winter einzubringen, wurde jeder Fleck, und war er noch so steil, gemäht. Das Heu wurde in mächtigen Ballen am Drahtseil ins Tal transportiert bzw. auf Hohlwegen hinuntergerollt. Die Arbeit dort oben dauerte manchmal bis zu 14 Tage, deshalb findet man noch heute überall kleinere Hütten, in denen sich die Bauern aufhielten und selbst versorgten.

Unterhalb der Vintlalm befindet sich die Garzanmahd, eine der größten Mähder in dieser Gegend. Heute finden wir keine Bauern mit Sense mehr auf den Mähdern. Dem Wanderer öffnet sich auf diesen Flächen eine herrliche Blumenpracht. Viele dieser Mähder sind in Privatbesitz oder werden von der Gemeinde verpachtet.

Literatur: Dorfbuch Thaur von Josef Bertsch
Foto: pmedicus

Wanderungen rund um die Kaisersäule in Thaur

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